Es war einmal.... so beginnen Märchen und Legenden


Bei Mécanique Avion TRAction, kurz Matra begann es im Jahre 1945.
Eine französische Firma mit einem weitreichenden Tätigkeitsbereich, zunächst in den Bereichen Flugzeug- und Rüstungsbau sowie der Kunststoffverarbeitung.

Anfang der 60er übernahm Matra den Autohersteller René Bonnet. dieser war spezialisiert in der Herstellung und Einsatz von Rennwagen sowie die Kleinserienproduktion von Sportwagen. Dies sollte vor allen dem Image vom Matra helfen um nicht nur mit Rüstungsgütern in Verbindung gebracht zu werden.
Auch nach der Übernahme blieb das Unternehmen, jetzt als 'Matra Automobile', in ihrer Ausrichtung unverändert.

Anfang der 70er wurde der Vertrieb von 'Matra Automobile' an die französischen Niederlassung "Simca" des amerikanischen Autogiganten Chrysler abgegeben.
Ab dato wurden die Fahrzeuge unter dem Markennamen 'Matra-Chrysler-Simca' verkauft.
Auch unter Chrysler änderte sich an der Ausrichtung zunächst nichts, wobei der Schwerpunkt sich im Laufe der Jahre immer stärker in Richtung Serienproduktion verlagerte.
Mitte der 70er Jahre wurde das Freizeitfahrzeug Matra-Simca Rancho eingeführt, ein Vorläufer der heutigen SUVs der seiner Zeit vorraus war.
Gleichzeitig wurden die Rennsportaktivitäten vollständig eingestellt.

Im Jahre 1979 wurde die nächste Umstrukturierung fällig.
Chrysler, wirtschaftlich schwer angeschlagen, verkaufte seine gesamten europäischen Geschäftszweige an den französischen PSA-Konzern (Peugeot).
Diese hatten aber kein Interesse an Matra, sodas das Unternehmen wieder in den 'alten' Matra-Konzern eingegliedert wurde.
Da Peugeot den Markennamen Simca durch den Namen Talbot ersetzte, wurden die Matras in den Folgejahren als Talbot Matra verkauft.
1983 endete die Zusammenarbeit mit PSA/Talbot.

Von diesem Zeitpunkt an bis zum Ende der Automobilproduktion arbeitete Matra in Partnerschaft mit Renault.
Renault war somit in Vertiriebspartner von Matra welche während dieser Zeit den Espace und später den Avantime produzierten auch diese Fahrzeuge waren ihrer Zeit mal wieder voraus.
Diese Zusammenarbeit endete mit der Insolvenz von Matra Automotive im Frühjahr 2003.
Die Produktion wurde eingestellt, die Produktionsanlagen abgebaut.

Seit 2004 gehört die Automobilsparte von Matra zum italienischen Karosseriehersteller Pininfarina.
Eine neue Sparte unter dem Namen Matra Manufacturing & Services (Matra MS) entwickelt umweltfreundliche Fahrzeuge für den Nahverkehr.

Auch war Matra in der verschiedensten technischen Bereichen tätig, z.B.:

Wurden  Transportsysteme entwickelt "Matra Transport International S.A.S."welche im Jahr 2001 durch  Siemens Transportation Systems (STS) übernommen wurden.

Matra produzierte einen Heim-Computer, den Matra Alice.

Im Jahre 1986 stieg Matra in das Geschäft mit Telekommunikationlösungen ein. Matra Communication S.A. wurde zum zweit größten Anbieter von Telekommuniationslösungen in Frankreich mit einem Marktanteil von über 36%. Vor allem bei öffentlichen Auftraggebern wurden die Systeme sehr erfolgreich eingesetzt.
1999 wurde dieser Geschäftszweig dann vom kanadische Telekommunikationsausrüster Nortel übernommen und 2002 an den europäischen Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS weiterverkauft.

Auch die Entwicklung der Mistral-Rakete lag 1977 in den Händen von Matra.

Ausserdem war Matra Hauptauftragnehmer für den ESRO Satelliten TD-1A und Mitglied des Raumfahrtkonsortiums MESH.